Hans Kaiser, SPD-Beitritt am 1. 1. 1949!
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Südkurier, Lokalseite Furtwangen, 22. 1. 2009
Furtwangen
60 Jahre Mitglied: SPD ehrt Hans Kaiser
Ein Partei-Urgestein ehrte die SPD Furtwangen am Dienstagabend. Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurde Hans Kaiser ausgezeichnet. 40 Jahre dabei sind Esther Strube, Annemarie Janßen-Saum und Herbert Stein.
Foto: (folgt)
Furtwangen – Wer gleich doppelt Post von Parteichef Franz Müntefering und einen handschriftlichen Brief von Landeschefin Ute Vogt erhält, der muss wahrlich etwas geleistet haben. Hans Kaiser (85) hat sich, das wurde in der von Arnold Kienzler vorgetragenen Laudatio schnell deutlich, seine Ehrung nicht „ersessen“. Er sei ein „Sozialdemokrat von altem Schrot und Korn“, dem keine Arbeit für ‚seine' SPD je zu viel gewesen sei, resümierte sein Weggefährte der vergangenen 50 Jahre. Auszugsweise nur war Kaisers Parteibiografie zu hören: der Eintritt Anfang 1949, noch vor Gründung der Bundesrepublik; der Einzug in den Stadtrat 1956, wo er bis zu seinem Ausscheiden 1975 etliche Bauprojekte wie Krankenhaus, Schule und Kläranlage mit in Gang setzte, und schließlich der Ortsvereinsvorsitz, den Kaiser 1976 bis 1986 inne hatte.
Über sein Engagement bei der AWO, bei den Naturfreunden und als Aussteller bei den DGB-Kunstausstellungen hinaus beeindruckte Kaiser die Parteigenossen mit seinen Antikriegsaktionen. Helmut Krinn zeigte sich beeindruckt, wie sich der Teilnehmer am Russlandfeldzug für die die Aussöhnung mit dem östlichen Nachbarn engagierte. Christa Lörcher, Gast der Mitgliederversammlung, nannte Kaiser einen „ganz glaubwürdigen“ Parteifreund.
Kaiser bedankte sich verschmitzt-bescheiden: Selbstverständlich sei der Parteiarbeit gewesen. Im Falle eines SPD-Wahlsieges habe er noch einen Satz Feuerwerksraketen im Keller.
Nur an Jahren, kaum an Engagement steht Esther Strube hinter Hans Kaiser. Sie sei, auch wenn sie das nicht gerne höre, die „Mutter der Kompanie“, sagte Bernd Trilling. Eine Weggefährtin und Freundin übernahm die Ehrung. Esther Strube habe sich für Frieden, soziale Gerechtigkeit, vor allem aber für Frauen stark gemacht, sagte Christa Hajek. „Selbst aktiv werden“, sei auch das Rezept Strubes gewesen.
Nicht nur im Ortsverein, wo sie seit 1972 durchgängig ein Vorstandsamt bekleidet, sei sie wegen ihrer bravourösen Arbeit und ihrem Anspruch, an die Wurzel des Problems zu gehen, eine Größe. Auch in ihrer Zeit als Gemeinde- und Kreisrätin und im Landesvorstand der ASF (Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen) knüpfte sie wertvolle Kontakte. „Manchen SPD-Promi hätten wir ohne Esther nicht nach Furtwangen geholt“, sagte Bernd Trilling.
Ehrende Worte fand der Vorsitzende auch für Annemarie Janßen-Saum und Herbert Stein. Für die „40-er“ gab es Blumen, die Partei-Silbernadel und eine Urkunde mit den Unterschriften von Franz Müntefering, Landeschefin Ute Vogt und Bernd Trilling.
